Wie jeder gute Musik-Fan besitze auch ich Textilien und Tonträger von meinen Lieblingsbands. Meine Sammlung ist zwar nicht beeindruckend groß oder so (ich arbeite noch darauf hin, ganze Regale mit CDs und Schallplatten zu füllen, haha), aber ich würde sie trotzdem gerne hier präsentieren. Alleine schon, weil sie sehr gut zeigt, für welche Art von Musik mein Herz schlägt: cheesy Power Metal mit Fantasy-Bezug. Was soll ich sagen, für den Scheiß leb ich einfach!
An dieses Subgenre und an Metal im Allgemeinen so richtig herangeführt hat mich die Band Gloryhammer. Ich hab vorher schon Sabaton und random anderes Zeugs gehört, der entscheidende Schubser (in den Abgrund?) kam jedoch von Gloryhammer. Die Musik ist klasse und die Story, welche in den vier, bald fünf Alben der Band erzählt wird, bewegt sich irgendwo zwischen "unfassbar episch" und "total verrückt", oder anders gesagt: Es ist ein großes, wundervolles Abenteuer, auf das ich mich nur zu gern mitnehmen lasse. Ich könnte die gesamte Lore auswendig herbeten, aber das wäre (für heute) wahrscheinlich zu viel, daher muss euch dieser kleine Crashkurs reichen:
Album 1: Helden kämpfen im mittelalterlichen Fantasy-Schottland gegen einen bösen Zauberer... und gewinnen! Hurra.
Album 2: Helden kämpfen tausend Jahre später im hyperfuturistischen Weltraumimperium von Schottland gegen einen bösen Zauberer... und gewinnen nicht. Stattdessen muss in der finalen Schlacht die Erde in die Luft gesprengt werden, um die Befreiung eines Chaosgottes aus der achtzehnten
Höllendimension zu verhindern. Dabei entsteht ein Wurmloch, durch das es einige Charaktere in eine andere Dimension verschlägt, wo die Geschichte im nächsten Album fortgeführt wird.
Album 3: Helden kämpfen in einer alternativen, vom Bösen überrannten Version des mittelalterlichen Schottlands gegen einen bösen Zauberer... und töten ihn! Hurra? Na ja, leider ist das kein großer Grund zur Freude, denn der Fiesling hat vorgesorgt und seine eigene Klon-Armee erschaffen. Sein Tod führt zur Abspaltung einer neuen Zeitlinie, in der 30 Jahre nach dem ersten Konflikt ein finsterer Zauberer-Klon im Land aufkreuzt, der... nun, das sehen wir im nächsten Album.
Album 4: Helden kämpfen in einem postapokalyptischen Schottland gegen den Klon des bösen Zauberers, denn der hielt es für 'ne gute Idee, eine Atombombe, die er aus der Zukunft geklaut hat, auf das Land zu schmeißen. Aber das ist ihm noch nicht genug: Er macht sich auf, sein zu diesem Zeitpunkt im Eis versiegeltes Original zu befreien, was ihm trotz der Bemühungen unserer Helden leider auch gelingt. Bevor das Zauberer-Duo allzu viel Unheil anrichten kann, steigen jedoch die Götter dieses Universums vom Himmel herab und vernichten die gesamte Zeitlinie. Hurra?
Was in Album 5, das dieses Jahr im Oktober erscheinen wird, genau passiert, steht noch in den Sternen, aber es ist schon mal sicher, dass es ein Jahr nach Album 2 spielt und wir erfahren werden, was in der ursprünglichen Dimension nach der Zerstörung der Erde geschehen ist. Nichts Gutes, so viel kann ich nach der ersten Single schon verraten.
Die Hauptcharaktere der Story werden auf der Bühne von den einzelnen Bandmitgliedern verkörpert, mit hübschen (und offenbar sehr schwitzigen) Kostümen und dem passenden Auftreten. Ausgehend vom aktuellen Line-Up hätten wir da:
- Sozos Michael (Gesang) in der Rolle von Angus McFife, dem tapferen Prinzen des Königreichs von Fife, der den Hammer of Glory sein Eigen nennt. Wir verfolgen in den verschiedenen Alben unterschiedliche Prinzen mit diesem Namen, aber allen gemeinsam ist, dass sie ihr Möglichstes tun, um das Böse zu bekämpfen.
- Paul Templing (Gitarre) in der Rolle von Ser Proletius, dem sagenhaften Großmeister der unbesiegbaren (?) Ritter von Crail. In Album 1 war er da (vermutlich, er wird in den Songtexten nie namentlich erwähnt, lol), in Album 2 wurde er als Hologramm zurückgeholt, in Album 3 tauchte eine böse Parallelwelt-Version von ihm auf und in Album 4 war er um die 100 Jahre alt und hatte ein vom nuklearen Fallout angeschmolzenes Gesicht, hat aber trotzdem bis zum Ende fleißig bei den Helden mitgekämpft.
- James Cartwright (Bassgitarre) in der Rolle des Hootsman, seines Zeichens unsterblicher Barbarenkrieger, König der Insel Unst, König von Kalifornien, Hollywood-Schauspieler, Cyborg, Gott der alternativen Dimension aus Album 3, Saxophon spielender Anführer einer coolen Motorradgang und neuerdings wohl Gefäß fürs Böse... der Mann hat 'n bewegtes Leben.
- Ben Turk (Schlagzeug) in der Rolle von Ralathor, dem mysteriösen Einsiedler von Cowdenbeath. Manchmal taucht er aus dem Nichts auf und droppt plotrelevantes Wissen, manchmal befehligt er als schneidiger Widerstandskämpfer fliegende U-Boote, manchmal läuft er ohne große Erklärung in Dimensionsportale rein... seine gesamte Existenz ist äußerst verwirrend.
- Mike Barber (Keyboard bzw. neuerdings Gitarre) in der Rolle von Zargothrax, dem bösen Zauberer. War eigentlich mal ein normaler Mensch, bis der legendäre Held Dundax seine Heimat plattgewalzt hat, um darauf das Königreich von Fife zu errichten. Daraufhin schloss er einen Pakt mit jenem Chaosgott aus der achtzehnten Höllendimension, um unermessliche dunkle Kräfte zu erhalten und so Rache an Fife zu üben. Sein Hass ist zwar irgendwo verständlich, aber dass er am liebsten das gesamte Universum brennen sehen möchte, kann man ihm dann ja doch nicht durchgehen lassen...
Falls ihr euch jetzt fragt, was diese ganzen Erläuterungen sollten, na ja, meine Sammlung besteht zu 80% aus Gloryhammer-Kram, also dachte ich, es wäre ganz gut, euch zumindest die Basics näherzubringen. (Ich empfehle natürlich, die Musik selbst zu hören, wenn ihr das komplette Erlebnis haben wollt.)
Wir bleiben gleich bei der Band, denn natürlich war sie auch die erste, die ich mit Geld beworfen habe. Da war es aber noch nicht mein Geld, sondern das meiner Eltern. Zu meinem zwanzigsten Geburtstag haben sie mir gesagt: "Hey, Kind, bestell dir einfach etwas, was du gern hättest, und wir bezahlen die Rechnung, das ist unser Geschenk!". Ich dachte mir: "Was ich gern hätte, ja? Da weiß ich was..." und so kam es dazu, dass ich mir im März 2022 den ersten Schwung Gloryhammer-Merch holte. Ich hatte die leise Befürchtung, dass meine nicht-metalaffinen Eltern meinen Kauf zumindest sehr seltsam finden würden, aber nein, mein Vater hat den "Magic Dragon"-Hoodie sogar mit dem Adjektiv "cool" bedacht, was eine sehr außergewöhnliche Wortwahl für ihn war. Tja, ich schätze, niemand kann sich der geballten Awesomeness eines riesigen goldenen Drachen entziehen, haha.


Mit dem Hoodie hab ich sogar mal einen Gloryhammer-Fan in freier Wildbahn angezogen. Ich kam gerade vom Einkaufen zurück und wollte die Treppe zu meiner Studentenbude hochgehen, da kam mir so'n Typ entgegen, den ich nicht kannte und der mich nicht kannte, der jedoch sehr wohl den Schriftzug auf meinem Hoodie er-kannte und mich gleich darauf ansprach: "Hey, coole Band!". Ich würde gern sagen können, dass sich daraufhin ein spannendes Gespräch zwischen uns entwickelt hat, allerdings, ähm... hab ich nur weird "Äh, danke..." geantwortet und bin dann die Treppe hoch. Meine soziale Batterie war einfach leer, okay...
N-nun, der Hoodie ist ja schon ganz nett, mein persönlicher Liebling vom ersten Schwung ist allerdings dieses Shirt hier:

Wer würde nicht gern mit einem bösen Ritter auf einem riesigen untoten Adler durch die Gegend rennen? Also, mir macht das immer wieder großen Spaß!
Zuletzt habe ich noch, weil das Motiv einfach witzig ist, dieses Shirt eingepackt, auf dem der Hootsman sich in einer definitiv nicht von einem bereits existierenden Artwork inspirierten Situation befindet:
... na gut, ihr habt es gewiss schon erkannt, das Motiv ist natürlich ein Anspielung auf das Boxart vom Videospielklassiker Doom. 2020 hat der Bassist der Band wegen der Corona-Pandemie angefangen, auf Twitch zu streamen; eines der ersten Games, die er da gezockt hat, war Doom Eternal, woraus dann die Idee für dieses Shirt entstanden ist. Im Streamlabs-Store gibt es noch anderen hootstastischen Merch, darunter eine weitere Gaming-Anspielung...
... von der Nintendo nie was erfahren darf.
Jedenfalls, seither habe ich es zu einer Art Tradition gemacht, mir selbst zu meinem Geburtstag und zu Weihnachten ein Band-Shirt zu gönnen (von meinem eigenen Geld!), und wenn ich Band-Shirt sage, meine ich Gloryhammer-Shirt, ich hab fast nur Gloryhammer-Shirts. Okay, einen Ausreißer gab es:
Den ich mir freilich nur deswegen geholt habe, weil 2023 um meinen Geburtstag herum der dezidierte Gloryhammer-Shop wegen Wartungsarbeiten down war und der Kram auf der Napalm Records-Seite mich nicht angesprochen hat. Ich muss ja ehrlich sein... aber der Ersatz ist schon ganz in Ordnung. Die schwedische Band Twilight Force singt über Fantasy-Geschichten und die Bandmitglieder verkörpern auf der Bühne eigene Charaktere, in der Hinsicht sind sie Gloryhammer sehr ähnlich, aber die Musik klingt etwas anders – sie hat einen fröhlicheren, märchenhafteren Touch – und die Storys sind nicht ganz so durchgeknallt, sondern eher Standard-Fantasy-Zeugs. Auf dem Shirt ist das Cover ihres vierten Studioalbums abgedruckt, das im Januar 2023 erschienen ist. Das Artwork zeigt einen Moment aus dem Titeltrack des Albums; darin geht es um einen Drachen, der von einem bösen Zauberer in einem See versiegelt und nach langer Zeit endlich von einem Helden erweckt wird, die dicke Eisschicht auf dem See durchbricht und sich wieder in den Himmel erhebt. Es gibt auch ein Musikvideo zu dem Lied, an dem ich zwei Dinge sehr zu schätzen weiß:
1. Man hat sich die Mühe gemacht, lustige "mystische Dokumente" anzufertigen, die vielleicht zehn Sekunden im Bild zu sehen sind.
2. Da man vermutlich nicht das Budget hatte, die Erweckung des Drachen detailliert zu zeigen, wurde die Szene folgendermaßen gehändelt: Wir sehen zuerst ein undefinierbares schwarzes Etwas, das aus der Schneedecke schießt => dann wird zur Sicht einer Drohne gewechselt, die (etwas wackelig) über die Band hinwegfliegt und wahrscheinlich die Ego-Perspektive des Drachen darstellen soll => dann Schnitt auf die Bandmitglieder, die "dem Drachen" verdutzt hinterherschauen => dann wieder zurück zur Drohne, die noch ein bisschen auf den Sonnenuntergang zufliegt, bevor das Video endet. Hätte man wesentlich schlechter lösen können, I guess.
Das beste Twilight Force-Musikvideo ist und bleibt allerdings das an Final Fantasy angelehnte Pixelart-Video zu "Sunlight Knight". Außer, der Band fällt für das bald erscheinende fünfte Album doch noch etwas Cooleres ein...
Aber weiter mit meinem lustigen Krempel. Das Jahr 2023 ging trotzdem nicht völlig gloryhammerlos vorbei, ganz im Gegenteil, es war ein Gloryhammer-Jahr par excellence. Mein Geburtstag fiel mit der offiziellen Ankündigung des vierten Albums, Return to the Kingdom of Fife, zusammen, was mein Gehirn komplett geschmolzen hat- ich meine... ja, was meine ich eigentlich... äh, ich habe mich sehr auf das Album gefreut, sagen wir's so. Am 6. April wurde neben der ersten Single "Keeper of the Celestial Flame of Abernethy" auch die sagenhafte "Return to the Kingdom of Fife Deluxe Holzbox" enthüllt. Bis dahin habe ich mich eigentlich eher weniger für Deluxe-Ausgaben von Musikalben interessiert, aber diese verdammte Holzbox musste ich einfach haben. Es war halt ein Gloryhammer-Album, zudem das erste, auf das ich aktiv gewartet habe... und, na ja, als im Hootsclub-Discordserver (der Server für die Twitch-Community vom ollen Jim) immer mehr Nachrichten à la "Bought it!"/"Ordered it!" hereintrudelten, wollte ich ehrlich gesagt nicht die eine sein, die kein Boxset hatte, also bestellte ich mir das Teil.
Die Box kam pünktlich am 1. Juni, ein Tag vorm offiziellen Release des Albums, bei mir an. Wer dafür nicht pünktlich nach Hause kam, war ich selbst. Ich hatte um 8 Uhr noch ein Uni-Seminar, hätte danach den Zug um 10 Uhr genommen und wäre um halb eins daheim gewesen. Mein Unglück begann damit, dass ich den Zug verpasste, weil ich mich von der regen Sex-Diskussion, die im Seminar geführt wurde (fragt nicht), zu spät losgeeist hatte. Da dachte ich mir freilich noch: "Na gut, wird es halt halb zwei, damit kann ich auch noch leben". Allerdings wurde es in Wahrheit... halb fünf. Der nächste Zug fuhr die erste halbe Stunde fröhlich vor sich hin, blieb dann an einem Bahnhof stehen... und stand da so rum... und stand... und stand... und stand... und stand... und es sollte zwei Stunden dauern, bis die Fahrt endlich weitergehen konnte. Die Wartezeit war so quälend, dass meine Mitreisenden, als der Zug sich in Bewegung setzte, vor Freude zu klatschen angefangen haben. Es war ein bisschen cringe, aber irgendwie auch süß, wenn ich ehrlich bin...
Vollends ausgesöhnt mit der Welt war ich, als ich endlich zu Hause ankam und das hier auf meinem Schreibtisch liegen sah.
Wenigstens eine Sache, die an dem Tag geklappt hatte. Ich ließ die Holzbox allerdings erstmal Holzbox sein; nach meiner ermüdenden Odyssee hatte ich keine Energie mehr für eine so nervenaufreibende Sache, daher verschob ich das Auspacken auf den Mittag des nächsten Tages. Diesen Vorgang habe ich fotografisch dokumentiert, um danach auf Wattpad ein episches Unboxing hochzuladen. Die Bilder von damals werde ich hier einfach mal ganz dreist wiederverwenden. Hey, ich musste so viel anderen Quatsch hässlich fotografieren, verzeiht, dass ich mir etwas Arbeit sparen möchte. Also, da hätten wir zunächst die Holzbox selbst:
Ihre schiere Holzigkeit kommt auf dem Bild vielleicht nicht ganz so gut durch, aber lasst mich euch versichern, dass sie auf der Holzigkeitsskala eine solide 9/10 erreicht. (Abzug gibt es dafür, dass der angenehme Holzgeruch ziemlich schnell verflogen ist.) So sah es dann aus, als ich den Deckel angehoben habe:
Als erstes holte ich die Doppel-CD (normales Album + orchestrale Fassung) heraus:
Das Cover-Artwork wurde bereitgestellt vom großartigen Dan Goldsworthy, dessen Nachname echt Programm ist. Wenn das Motiv nicht purer Metal ist, dann weiß ich auch nicht... wobei, der wahre Metal verbirgt sich ja eigentlich dahinter:

Wisst ihr, ich werd beim Anblick von CDs immer so ein bisschen... ehrfürchtig. Sie sind so... fein und filigran und... rund... und... n-nun ja, ich habe immer etwas Angst, dass ich sie kaputt mache, wenn ich sie in meine grobschlächtigen Hände nehme, also behandle ich CDs im Allgemeinen wie rohe Eier. Und diese hier erst recht! Immerhin sind es nicht nur meine ersten Gloryhammer-CDs, sondern überhaupt meine ersten eigenen Musik-CDs. Derzeit kann ihnen jedoch nicht viel passieren, da sie nur die Aufgabe haben, auf meiner Kommode rumzuliegen und allen meinen überlegenen Musikgeschmack zu präsentieren, ich besitze nämlich gar kein Gerät, mit dem ich sie abspielen könnte. Ich habe vor Jahren mal zu Weihnachten eine Anlage bekommen, "weil ich so gern Musik höre" (= mein Radiowecker den ganzen Tag läuft). In Ermangelung von CDs habe ich die aber halt auch nur dazu benutzt, um den einen lokalen Radiosender zu hören, den man bei uns halt hört. Als ich vom Radio aufs hippe Musik-illegal-mit-YouTube-Convertern-Downloaden- ich meine, aufs hippe, komplett legale Streamen umgestiegen bin, wanderte die Anlage, die sich mehr und mehr zum Staubfänger entwickelte, in den Kleiderschrank und schlummerte dort vor sich hin, bis ich die Gloryhammer-CDs in den Händen hielt und mir dachte: "Jetzt könnte sich das olle Teil doch noch mal als nützlich erweisen!". Allerdings... nachdem ich die Anlage todesmutig aus dem obersten Regal des Schranks gehievt, den Staub weggeblasen, das Ding eingestöpselt und den Power-Knopf betätigt hatte, passierte... gar nichts. Die Anlage sprang gar nicht erst an. Sie musste in den letzten Jahren wohl irgendwann den Geist aufgegeben haben. Daraufhin habe ich sie erstmal wieder in den Kleiderschrank verfrachtet, mittlerweile besitze ich sie jedoch gar nicht mehr, da ich vor ein paar Monaten meinen ganzen Elektroschrott rausgeschmissen habe. Ja, mehr war das Ding zu dem Zeitpunkt nicht...
Die Doppel-CD habe ich nach dem Anlagen-Fiasko mit in die Uni genommen, weil der Computerraum der Bibliothek der einzige Ort war, den ich kannte, an dem es PCs mit CD-Laufwerken gab, und ich mir ganz gerne die orchestralen Tracks von Disk 2 runterziehen wollte. Nach Auskunft der Band sollten diese nämlich nicht auf einschlägigen Streamingplattformen erscheinen, da sie gemerkt hätten, dass sich die meisten Hörer gar nicht für die orchestralen Versionen interessieren; daher könnten die ruhig ein Bonus für die Nerds bleiben, die den Kram unbedingt hören wollen. Ich bin so ein Nerd, also habe ich mich ganz heldenhaft mit dem VLC-Player abgemüht, bis ich wieder herausgefunden hab, wie man MP3-Dateien von einer CD herunterlädt. Man könnte es fast als "epische Quest" bezeichnen...
Apropos Quest, schauen wir uns doch nun den nächsten Gegenstand aus dem Boxset an: das exklusive Kartenspiel "Quest for the Vorpal Laserblaster"! Plus Würfel in einem schicken schwarzen Beutel mit Gloryhammer-Emblem.


Bei "Quest for the Vorpal Laserblaster" handelt es sich um ein Solo-Spiel - weil Gloryhammer-Fans keine Freunde haben -, in dem man als Angus McFife II. die Dungeons von Strathclyde erkundet, um das titelgebende Artefakt zu finden. Durch fleißiges Kämpfen und Questen erhält man Punkte, die man braucht, um das Abenteuer erfolgreich abzuschließen; wenn man genug von ihnen hat, muss man nur noch einen Dungeonausgang durchschreiten, um zu gewinnen. Na ja, was heißt "nur noch"... mir hat diese Bedingung beim Ausprobieren des Spiels das Genick gebrochen. Ich hatte mehr als genug Punkte, habe die krassesten Ausrüstungsgegenstände gefunden und Zargothrax höchstselbst (mit Ach und Krach, zugegeben) bezwungen, nur, um fünf Meter vor dem Dungeonausgang am Angriff eines random "Caledonian Battlewizard" zu verrecken. Dieses Erlebnis war so traumatisch, dass ich bisher keine zweite Runde gewagt habe...
*räusper* Weiter mit den Boxset-Goodies! Da wären noch eine Sammelkarte...
... eine Wandflagge (hier noch in Plastik eingeschweißt)...
... und zuletzt eine 7" Single mit zwei Extra-Songs, zum einen die bereits 2022 erschienene Single "Fly Away" und zum anderen ein Cover vom Cheap Trick-Song "Mighty Wings", den meisten vermutlich bekannt aus dem Top Gun-Soundtrack.
Ich muss sagen, die "Mighty Wings"-Seite mit dem Foto von Sozos in Bühnenoutfit und Sonnenbrille... löst irgendwas in mir aus. Wie formuliere ich das am besten... Es sieht aus wie die Art von Bild, die ich mir als schmachtender Teenager gern als Poster an die Wand gehängt hätte, um- a-ach, vielleicht lassen wir dieses Thema doch lieber sein und werfen lieber einen Blick auf die Scheibe, welche in diesem Pappgewand steckt...
Ist schon eine ganze Weile her, dass ich die "nackte" Platte gesehen habe... normalerweise liegt sie ja schön eingepappt in meinem Zimmer herum, damit ich mich daran erfreuen kann, so ein exklusives Stück zu besitzen. "Mighty Wings" gibt es seit Dezember 2023 auf allen Streamingplattformen, also kann man den Song hören, ohne einen Plattenspieler bzw. das RttKoF-Boxset zu
besitzen. Is' 'n gutes Cover. Wenn ich ganz vermessen sein darf, würde ich sogar
behaupten, es ist besser als das Original. Aber ihr könnt das gern für
euch selbst beurteilen.
Nach dem Auspacken musste ich für die ganzen Sachen natürlich noch einen hübschen Platz finden und die Wandflagge aufhängen. Letzteres hat mich gut eine Stunde gekostet, weil entweder irgendwo was schief war, der Stoff unschöne Falten warf oder sich an einer Ecke das Tesa, das ich benutzte, wieder löste. Am Ende sah das Ding aber erstklassig aus!
Den Rest des Boxsets arrangierte ich auf dem Regal über meinem Schreibtisch:
Ich sollte dazu sagen, dass diese Fotos nicht mehr den gegenwärtigen Zustand abbilden, weil ich vor einiger Zeit von meinem alten Zimmer in den Raum gegenüber gezogen bin und dabei meine Sammlung verlegen musste. Aber die alten Bilder sehen besser aus, also habe ich die hier eingefügt. Und, wie gesagt, wenn ich Arbeit sparen kann, tue ich das auch...~
Man könnte jetzt meinen, mit dem Boxset hätte ich meinen Gloryhammer-Hunger für das Jahr bereits gestillt, aber dem war beileibe nicht so. Kurze Zeit später habe ich mir noch das Shirt mit dem Covermotiv geholt...

... weil ich zum vierten Album einfach noch was zum Anziehen haben wollte. Das Artwork mit dem riesigen Atompilz ist doch sehr... kleidsam. Im Booklet kann man übrigens nachlesen, dass die Detonation der Bombe, welche das Königreich von Fife dahinraffte, eine Kraft von 50 Megatonnen hatte, eine Explosion, wie man sie "since the distant future of 1961" nicht gesehen habe. Die Jahreszahl wirkt erstmal etwas random, weil sie bis dahin noch keine Rolle in der Lore gespielt hat, aber es handelt sich dabei tatsächlich um ein historisches Easter Egg. Am 30. Oktober 1961 fand die größte jemals von Menschenhand verursachte Explosion statt, verursacht von der sogenannten "Zar-Bombe". Diese wurde von der Sowjetunion entwickelt und bei einem Test über der Insel Nowaja
Semlja gezündet. Bei der Konstruktion der Bombe hat man zunächst eine Sprengkraft von 100 Megatonnen eingeplant, hatte dann aber doch Angst vor der verheerenden radioaktiven Strahlung, welche eine solche Detonation freisetzen würde, weshalb das Teil auf 50 Megatonnen runtergestuft wurde. Was immer noch wirklich viel ist; das stärkste, was die USA bei ihren Atomwaffenversuchen zu bieten hatten, waren 15 Megatonnen (Castle Bravo).
Die Crew, welche die Zar-Bombe im Himmel über Nowaja Semlja abwerfen sollte, flog wohl auch mit dem Wissen los, dass sie nur eine fünfzigprozentige Chance hatte, den Test zu überleben. Die sind da hoch, haben das Ding in 11 Kilometern Höhe rausgelassen und hatten dann drei Minuten Zeit, dem tödlichen Radius der Explosion zu entkommen. Bei dem Stress würde ich vermutlich schon abnippeln, bevor die Bombe überhaupt das Flugzeug verlassen hat. Die Mannschaft hat es jedoch zum Glück wieder sicher auf die Erde geschafft. Wobei es zwischenzeitlich nicht so danach aussah: Zum Zeitpunkt der Detonation war die Mannschaft zwar schon 40 bis 50 Kilometer von der Bombe entfernt, ihr Flugzeug wurde aber trotzdem von der Hitzestrahlung beschädigt und dazu so hart von der massiven Druckwelle der Explosion getroffen, dass die Maschine erstmal 'nen Kilometer einfach nur runterfiel... dann aber hat die Crew sich wieder fangen und ordentlich landen können.
Obwohl der Test in relativ großer Höhe stattfand, hat man auf der Erde noch allerhand von der Detonation mitbekommen. In Finnland und Norwegen sind deshalb angeblich sogar noch Fensterscheiben zersprungen – das ist weiter weg, als ich mir wünschen würde. Als richtige Waffe hätte man die Zar-Bombe allerdings nicht verwenden können; dafür war sie, auf gut deutsch gesagt, einfach zu fett. Die Bezeichnung "Zar-Bombe" kommt überhaupt erst daher, dass das Ding zwar beeindruckend, aber auch mega unpraktisch gewesen ist. Der Name ist angelehnt an die Zarenglocke und die Zarenkanone, eine riesige Glocke bzw. eine riesige Kanone aus dem Zarenreich, die aufgrund ihrer massiven Größe nie wirklich für das eingesetzt wurden, wofür Glocken bzw. Kanonen normalerweise da sind, sondern beide bis heute einfach nur fett in der Gegend rumstehen. Irgendwie... lahm. Die Zar-Bombe durfte immerhin einen fetten Feuerball verursachen...
Aber gut, genug Geschichtstrivia, zurück zu Gloryhammer. Nach dem passenden RttKoF-Shirt hatte ich für das Jahr immer noch nicht genug. Der Release-Tag des Albums mag sich für mich wie Weihnachten angefühlt haben, doch als das richtige Weihnachtsfest vor der Tür stand, wollte ich mir trotzdem noch ein nettes Geschenk gönnen. Zu meinem Glück hatte der Gloryhammer-Store da wieder offen und zudem einige coole neue Motive im Angebot, sodass ich mir dort was Hübsches aussuchen konnte. Sich ganz bescheiden nur ein Shirt zu holen - ist ja nicht so, als hätte ich der Band bis dahin zu wenig Geld in den Rachen gestopft, ein bisschen vernünftig musste ich dann ja doch sein -, war nicht leicht, das kann ich euch sagen. Zum Schluss ist es dieses Teil geworden...
... mit dem ich mehr als zufrieden gewesen bin. Darf ich vorstellen? Der Roboterprinz von Auchtertool, aka der beste Nebencharakter der gesamten Gloryhammer-Lore. (Nicht meine Worte, so wurde er von seinem Erschaffer genannt.) Ich hab den Hype unter den Fans ja zuerst nicht so ganz verstanden, weil die Blechdose im vierten Album nichts macht, außer einen durchaus einprägsamen Auftritt im Finalsong "Maleficus Geminus" hinzulegen und dann zu sterben, aber mit der Zeit ist der Roboterprinz mir doch ans Herz gewachsen. Sein Design ist so retro und niedlich, irgendwie muss man den Kerl einfach liebhaben. Der Roboterprinz wurde aber nicht nur mit diesem echt epischen Shirtdesign geehrt, sondern auch mit... nun, dazu später mehr.
Erstmal hatte ich wieder Geburtstag, und das war mir insofern ganz recht, als dass ich mir zu diesem Anlass das Shirt holen konnte, für das es zu Weihnachten nicht ganz gereicht hatte:
Ein bisschen stilvolles Hammergekloppe hat mir in meiner Sammlung noch gefehlt. Apropos stilvoll: Ich finde, der Totenkopf-Gucci-Gürtel vom Zargothrax-Klon ist echt 'n modisches Statement. Ist vielleicht nicht für jeden was, aber er kann's tragen...
Nach diesem Gloryhammer-Overkill legt die Truppe jetzt aber mal eine kleine Pause ein, denn wir reden tatsächlich wieder über jemand anderen. Im September 2024 gab es einen Neuzugang in meiner Tonträger-Sammlung – sofern man eine Doppel-CD und eine Platte so nennen kann –, und wenn mir jemand am Anfang des Jahres erzählt hätte, wessen Album ich mir da zulegen würde, dann hätte ich die Person wahrscheinlich völlig verwirrt angeguckt, denn es war eine ganz spontane Entscheidung, geboren aus einer plötzlichen Leidenschaft für eine neue Band. An einem faulen Spätsommertag schlug Spotify mir das Album Storytellers of the Middle Age vor, das Debüt der jungen italienischen Power Metal-Formation Mediera. Das Cover...
... sah vielversprechend aus (für mich zumindest), also hörte ich mal rein – und es hat mich komplett umgehauen. Oh ja, das traf den "cheesy Power Metal mit Fantasy-Bezug"-Nerv vollkommen! Man merkt zwar, dass es ein Debüt ist und dass für die Produktion nicht unendlich Geld da war, man merkt es sogar ziemlich deutlich, aber, ach, die Vibes, die waren einfach richtig.
Da ich so vernarrt in Mediera war, wollte ich gern die Lyrics zu den einzelnen Liedern auswendig lernen, um sie beim Spazierengehen (schlecht) mitsingen zu können. Allerdings stellte ich bei der Suche nach den Songtexten rasch etwas fest: "Mann, Harmonia, deine neue Lieblingsband ist ja echt obskur!". Wie obskur, fragt ihr? So obskur, dass sie auf Spotify nicht mal hundert Hörer im Monat erreicht. So obskur, dass man, wenn man ihren Namen googelt, erstmal gefragt wird, ob man nicht die Insel Madeira meine. So obskur, dass es im Power Metal-Subreddit lediglich eine Erwähnung ihres Debüts im wöchentlichen Thread zu neuen Alben sowie einen Upload vom Lied "In Quest For" gibt, der auf stolze sieben Upvotes und null Kommentare kommt. Und ja, auch so obskur, dass keine Sau die Songtexte im Internet hochgeladen hat. Dementsprechend gab es auf der gesamten Welt nur einen einzigen Ort, an dem ich die Lyrics finden konnte: das Album-Booklet. Daher fällte ich an einem Sonntag um 11:23 Uhr den Entschluss, mir eine physische Version von Storytellers of the Middle Age zu bestellen. So wichtig waren mir diese Lyrics!
Die Lieferung hat ein bisschen länger gedauert als erwartet, was allerdings nicht daran lag, dass das Paket von Italien nach Deutschland reisen musste, nee, den Weg hat es problemlos innerhalb von zwei Tagen geschafft. Danach hing es jedoch ewig lang im (mit dem Auto) 15 Minuten entfernten Postamt fest und konnte sich einfach nicht entscheiden, wann es jetzt zugestellt werden wollte. Fünf Tage und drei Lieferverschiebungen später war es dann aber so weit... Endlich hielt ich die ersehnten Songtexte in den Händen! Und eine nette CD, die ich mir dekorativ ins Regal stellen kann, I guess.

Und ich konnte an jenem Tag mit dem guten Gefühl ins Bett gehen, eine junge, aufstrebende Band unterstützt zu haben. Wenn meine zwölf Euro zumindest einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass in Zukunft neue geile Musik von Mediera kommt, dann bin ich glücklich!
(Vielleicht können die Leute sich dann auch bessere Musikvideos leisten...)
So, Gloryhammer-Pause vorbei, die Jungs haben mich Ende 2024 tatsächlich noch mal dazu gebracht, Geld auszugeben. Am 29. November droppte die Band überraschend die EP He Has Returned. Nun ja, ich wusste bereits, dass so was passieren würde, weil der Bassist im Hootsclub-Discordkanal schon ausgeplaudert hat, dass sie an einer Veröffentlichung für dieses Jahr arbeiten würden. Worum genau es sich dabei handelte und, noch wichtiger, wann dieses Etwas erscheinen würde, verriet er allerdings nicht, sodass ich zumindest ein wenig überrascht war, als ich eines Abends mein Handy checkte und auf Reddit einen r/Powermetal-Post sah, in dem jemand schrieb: "Hey, da ist bei YouTube so eine komische Gloyhammer-EP, die wohl morgen rauskommt??". Na, damit hatte sich die Frage nach dem Wann ja erledigt. Und auch das Was wurde mir offenbart, als ich mir die Kommentare durchlas. Die EP sollte drei Tracks enthalten, zum einen den titelgebenden Song "He Has Returned" und zum anderen Neuauflagen von "The Unicorn Invasion of Dundee" (der Opener des ersten Albums, also ein echter Klassiker) und "Hootsforce" (der beliebteste Gloryhammer-Song, gemessen an den Streamingzahlen auf Spotify). Das brandneue Lied würde bestimmt toll werden, doch die Re-Recordings gaben mir zu denken. Mit so was hatte ich bis dahin keine guten Erfahrungen gemacht, Neufassungen machten irgendwie immer das kaputt, was ich an den Originalen gemocht habe. (Looking at you, Iron Savior und eure "aufpolierte" Version von "Watcher in the Sky".) Würde Gloryhammer mich etwa das erste Mal in meinem Leben enttäuschen...?
... nein, natürlich nicht, wie ich am folgenden Tag erfahren durfte. "The Unicorn Invasion of Dundee (Transcendent Empyrean Incantation Version)" wird seinem übertrieben epischen Namen einfach nur gerecht und hebt den ollen Song auf eine ganz neue Stufe, während man bei "Hootsforce (Subnautical Achnasheen Justice Version)" zwar keinen ganz so großen Glow-Up verzeichnen kann - dafür ist das Original zu neu -, aber ein Glow-Up ist es allemal. Das Highlight der EP ist jedoch natürlich der Titeltrack, der sich ganz um den großartigen Roboterprinzen von Auchtertool dreht. Hatte ich mir zuvor noch gedacht: "Oh, ja, der Typ ist schon ganz cool", so hat mich dieser Song endgültig zum Roboterprinz-Fan gemacht. Hach, wenn am Ende der "Robot Prince of Auchtertool"-Part aus "Maleficus Geminus" reinkickt... einfach klasse.
Nun wäre ich mit den drei Tracks schon komplett zufrieden gewesen, aber das war noch nicht alles. Zum einen wurde am selben Tag ein animiertes Musikvideo zu "He Has Returned" veröffentlicht. Schon für "Keeper of the Celestial Flame of Abernethy" hatten Gloryhammer den Animator Alex Henderson angeheuert, um ein megamäßiges Video abzuliefern, und mit seinem zweiten Streich "He Has Returned" hat er sich noch mal selbst übertroffen. Das Video hat mir ein hysterisches Quietschen entlockt, wie ich es schon lange nicht mehr von mir gehört habe. *räusper* Zum anderen – und das ist jetzt wichtiger für uns – wurde das "Boronic Bundle" enthüllt, ein exklusives Set aus Schallplatte, T-Shirt und Autogrammkarte. Ja, war denn etwa schon Weihnachten? Ich sah das jedenfalls als perfekte Gelegenheit, mir mein Weihnachtsgeschenk für dieses Jahr zu besorgen, und bestellte das Bundle sogleich. Ich musste mich auch beeilen, denn das Bundle war bereits nach zwei Tagen ausverkauft. Zwei Tage! Wenn das nicht zeigt, wie sehr die Leute den Roboterprinzen von Auchtertool mögen. Die Bezeichnung "Boronic Bundle" leitet sich im Übrigen auch von unserem metallischen Kumpel ab: Seine Flügel werden als "great boronic wings" bezeichnet, und "boronic" ist das englische Adjektiv zum Element Bor. (So was wie "metal wings" oder "steel wings" wäre ja auch zu langweilig gewesen...)
Das Bundle wurde erst recht spät versendet, offenbar, weil im Merch-Shop zu der Zeit so viel los war. Ich habe trotzdem jeden Tag meine Bestellung gecheckt, da ein kleiner paranoider Teil meines Hirns befürchtete, dass bei dem Schritt irgendwas schiefgelaufen und somit gar kein Paket für mich unterwegs war. Ich sah zwar jedes Mal aufs Neue die tadellose Bestellbestätigung, aber wirklich beruhigt war ich erst, als ich am 15. Dezember die Mail bekam, dass das Paket nun verschickt worden war. Fünf Tage später fand es dann endlich seinen Weg zu mir – was ich erst nicht bemerkt habe, weil der Paketbote nicht geklingelt hat und die Sendungsverfolgung sich ab Mitte der Woche entschieden hat, nicht mehr zu updaten. Als ich an jenem Freitagnachmittag vor die Haustür trat, um die Einkäufe auszuräumen, fragte ich mich zunächst, warum auf dem Boden denn ein Pizzakarton lag, bis ich bei genauerem Hinsehen bemerkte, dass es mein Paket war. "Oh, da liegt die Sau und rührt sich nicht!", dachte ich mir da, haha.
Aber gut, dann zeige ich euch das Bundle mal. Zuerst ein Bild vom geöffneten Paket, ich hab's damals extra fotografiert, um den pizzakartonmäßigen Karton zu verewigen.

Hallo! Und tschüss, dein Inhalt ist immerhin viel interessanter. Da hätten wir zunächst die Autogrammkarte.

Die unteren beiden Signaturen kann man auf dem Foto nicht so gut erkennen, aber seid versichert, das wirklich alle fünf Jungs ordentlich unterschrieben haben.
Als nächstes ist das T-Shirt dran.

Da das Bundle ja sozusagen mein Weihnachtsgeschenk an mich gewesen war, habe ich das Shirt beim Familienessen am zweiten Weihnachtsfeiertag "eingeweiht" – und von meinen Brüdern prompt "Gloryhole"-Sprüche geerntet. Wenn sie den Witz nicht schon mindestens zehnmal gebracht hätten, hätten sie mir damit vielleicht mehr als ein müdes Lächeln entlocken können.
(Auf Encyclopaedia Metallum steht übrigens, dass die Band sich in ihren Anfangstagen tatsächlich "Gloryhole" nannte, was... also, ich könnte es mir ein bisschen vorstellen, aber irgendwie auch nicht, daher, ähm, wo Quelle???)
Wie auch immer, kommen wir nun zum eigentlichen Glanzstück des Bundles: die Schallplatte. Hier kann man das großartige Coverartwork besonders gut in Augenschein nehmen:

Ob Christen sich wohl über die Buntglasfenster aufregen könnten? So 'n gekreuzigter Roboter ist ja schon... etwas. Und das andere Fenster erinnert mich original an ein Gemälde, das in unserer Dorfkirche hängt, lol. Aber, ach, na ja, es gibt blasphemischere Metal-Cover, glaube ich...
Jedenfalls, auf der Vinyl-Hülle kann man ein weiteres lustiges Artwork finden:
Falls ihr euch fragt, was der Roboterprinz von Auchtertool bitte mit der Türkei zu tun haben soll, nun, das ist eigentlich ganz einfach. Es ist ja das "Boronic Bundle", und es verhält sich so, dass es in der Türkei die größten Borvorkommen der Welt gibt. Dementsprechend ist es dem Dienst des türkischen Volkes zu verdanken, dass der Roboterprinz seine majestätischen "boronic wings" besitzt. Oder so ähnlich... Der türkische Text am unteren Rand bedeutet zumindest, dass der Roboterprinz die tapferen Menschen in der Türkei für ihren Einsatz beim Borabbau ehrt. Auf der Rückseite der Vinyl-Hülle sehen wir dann noch mal das Element, welches dem Bundle seinen Namen gibt:

Bor, Elementsymbol B, Ordnungszahl 5, Atommasse 10, 881 u. (Informationen, die ich sicher nicht googlen musste, ich wusste natürlich, wofür die Buchstaben und Zahlen stehen.)
So, dann legen wir die Hülle einmal kurz ab:
Und dann legen wir den Kram ganz beiseite, um die Innenseite der Papphülle zu würdigen, denn die macht einiges her:

Eine ganz hootstastische Collage, wie ich finde.
Nach der ganzen Auspackerei musste ich auf meinem designierten Musikregal etwas umräumen:
Sieht zwar heutzutage nicht mehr so aus – wie gesagt, das Zeug musste in ein anderes Zimmer geschafft werden –, aber ich mochte das Bild, also wollte ich es euch zeigen.
An meinem nächsten Geburtstag habe ich ausnahmsweise keinen albernen Metal-Merch gekauft, sondern ganz normale Klamotten. (Wie ich meinem E-Mail-Postfach entnehmen kann.) Und, man mag es nicht glauben, aber ich habe im ganzen Jahr keinen Gloryhammer-Kram bestellt. Schockschwerenot! Dafür gab es im Mai aber was von einer anderen Band, die ich gerne höre: Ancient Bards. Power Metal mit Fantasy-Bezug, ja ja. Ich habe die Band 2021 während einer coronabedingten Homeschooling-Session kennengelernt und war so gefesselt von der Musik und der Lore, dass ich mich lieber damit befasst habe, als im Unterricht aufzupassen. Geschichten über verfluchte Schwerter, (mehr oder weniger gut durchdachte) Intrigen, verbotene Liebe und sich anbahnende Geschwisterkriege, die zu einem kataklysmischen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit führen, sind doch ein wenig spannender als Mathe oder Deutsch...
Allerdings haben die ollen Barden meine Liebe auf eine harte Probe gestellt, indem sie mich drei Jahre mit einer Mischung aus Teasern für ihr fünftes Album und kompletter Funkstille ärgerten, bis sie es Anfang 2025 endlich mal schafften, das Ding offiziell anzukündigen. Ich bin ja niemand, der seinen Lieblingsbands "Wo Produkt?!" entgegenbrüllt, ich kann auf neuen Stuff warten, wenn er seine Zeit braucht, aber das war schon frustrierend. Das Endergebnis Artifex war immerhin nicht weniger als ein absolutes Meisterwerk, da hat sich die Warterei zumindest echt gelohnt.
Das große Comeback von Ancient Bards wurde natürlich mit einem exklusiven Album-Bundle gefeiert, das ich... nicht bekommen habe, weil ich mich zu spät dazu entschieden habe, ausnahmsweise eine andere Band mit Geld zu bewerfen. Da ich aber schon mal im Shop war und nicht ohne "Beute" gehen wollte, bestellte ich mir das Deluxe-Digipak, in dem es immerhin noch eine Doppel-CD, eine Karte und ein Poster für mich gab. Man nimmt, was man kriegen kann... wobei ich mir bis zur Lieferung nicht ganz sicher war, ob ich überhaupt das Digipak bekommen würde, denn ich habe nicht mal eine Bestätigungs-Mail bekommen, als ich das Teil bestellt habe, von einer Sendungsverfolgungsnummer ganz zu schweigen. Trotzdem ist das Digipak bei mir angekommen... irgendwann am Tag nach Albumrelease. Ich sage "irgendwann", weil ich da von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends auf Achse gewesen bin und nicht bemerkt habe, dass es überhaupt geliefert wurde; mein Bruder, der noch wegfahren wollte, hat das das Paket dann gesehen und es mir postwendend auf den Abendbrottisch geworfen, lol.
Wie beim RttKoF-Boxset bin ich zu müde gewesen, um das Digipak auszupacken, also habe ich das auf den nächsten Morgen verschoben. Dabei flatterten mir zunächst diese Blätter entgegen:
Die Ancient Bards-Karte und Promo für eine Band, die ich nicht kenne und bei der mir der Zettel jetzt auch nicht riesige Lust macht, sie kennenzulernen. Die nächste Sache, die ich fand, sorgte bei mir für höchste Verwirrung:

Ich dachte erst, ich seh nicht richtig, aber ja, es war einfach
Dawn of Victory von Rhapsody of Fire. Ein legendäres Album von einer legendären Band, nur mal so zur Info. Da ich nicht so ganz glauben wollte, dass es sich bei dieser CD um das richtige echte Album handelte, habe ich sie sogar mit in die Uni genommen, um sie an den PCs in der Bibliothek (merke: ich habe kein CD-Laufwerk oder so was in der Art) zu untersuchen. Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, könnte das auch der Anfang einer Creepypasta sein, lol. Mir erging es allerdings besser als so manchem dummen Creepypasta-Protagonisten, der von einer verfluchten CD, die plötzlich in seinem Briefkasten lag, heimgesucht wird: Nachdem ich mich erstmal wieder mit dem VLC Media Player angefreundet hatte, konnte ich sehen, dass sich zehn Tracks auf der CD befanden, und beim Reinhören in jeden von ihnen bestätigte sich, dass es die stinknormalen Songs von
Dawn of Victory waren. Hmm, ja, danke, random Limb Music-Mitarbeiter, dass du ein zwanzig Jahre altes Album, das ich schon in- und auswendig kenne, in einen fuseligen Briefumschlag gesteckt und in mein Paket reingelegt hast...?
*seufz* Na ja, dann mal auf zu der CD, für die ich eigentlich mein Geld ausgegeben habe...
Ich mag den Anblick des Limited Edition-Stickers... zu schade, dass ich ihn mit der Folie abreißen musste. Aber öffnen muss man das Ding ja doch. Nach einmaligen Aufschlagen zeigen sich uns zunächst...
... zwei hübsche Artworks der Künstlerin Anna Chiara Stagi, die für Artifex mit Ancient Bards zusammengearbeitet hat. (Das Albumcover stammt von Vincent Lefevre und ist eigentlich auch sehr cool, nur das Gesicht des abgebildeten Charakters gibt mir immer leichte PS1 Hagrid-Vibes.) Wenn wir die Seiten noch einmal umklappen, sehen wir CD 1 mit der normalen und CD 2 mit der instrumentalen Version des Albums, flankiert von den Bandmitgliedern.



Im Übrigen musste ich CD 2 nicht in die Uni-Bibliothek schmuggeln, da es die instrumentale Fassung des Albums, im Gegensatz zur orchestralen Version von
Return to the Kingdom of Fife, ganz normal auf Spotify gibt. Kann man sich also ganz leicht reinziehen.
Zuletzt noch das Poster:
Doppelseitig! Da es aber aus Papier ist, habe ich mich nicht so recht getraut, es aufzuhängen – was, wenn es reißt? Nein, nein, das bleibt hübsch auf meiner Kommode liegen...~
Im Juli 2025 habe ich etwas gekauft, was weder Tonträger noch Bandshirt ist, doch da ich es bei einem Musiklabel bestellt habe, kann ich es euch ja trotzdem mal zeigen. Ich habe auf Reddit von einer Rabattaktion des Labels Out of Season – "Purveyor of fantasy music, dungeon synth and metal", wie es auf der Website heißt – gelesen und gedacht: "Oh, ich könnte ja mal reinschauen..." ... und raus ging ich nicht mit CDs, Vinyls, Kassetten (??) oder sonstigem Bandmerch, sondern mit zwei Büchern.

In denen es nicht mal um Musik geht. Aber ich mag Videospiele halt auch so gern!
The Games That Weren't dreht sich um Spiele, die mal erdacht wurden oder in Entwicklung waren, letztlich aber nicht veröffentlicht wurden. Ich interessiere mich sehr für Lost Media und dachte, ich würde schon viele Geschichten über gecancelte Games kennen, aber von den Sachen, die in dem Buch behandelt werden, kam mir nur ein Name bekannt vor, nämlich
Super Mario's Wacky Worlds. Dabei handelt es sich um ein geplantes Sequel zu
Super Mario World, das die Firma Nova-Logic für das Philips CD-i entwickelte. Der Prototyp, den das NovaLogic-Team Nintendo lieferte, soll wohl gar nicht so schlecht angekommen sein, das Projekt wurde jedoch schließlich abgeblasen, weil das CD-i so ein Flop war.
Super Mario's Wacky Worlds wäre vielleicht auch kacke geworden, aber irgendwie hätte ich doch gern gesehen, wie dieses Abenteuer unseres Lieblingsklempners, das ihn offenbar auch ins antike Griechenland und ins Aztekenreich geführt hätte, ausgesehen hätte... Jedenfalls, die Story kannte ich, die restlichen, die in
The Games That Weren't vorkamen, sagten mir jedoch gar nichts, also war es eine äußerst lehhrreiche Lektüre.
Super Famicom. The Boxart Collection ist genau das, was draufsteht: eine Sammlung von Super Famicom-Boxarts. Hmm, welche Seite zeige ich daraus denn mal... ah! Die ist doch perfekt.
Wo wir gerade (irgendwie) von Super Mario World gesprochen haben. So sieht das also aus. Die Spiele sind nach dem Alphabet geordnet, allerdings kann es trotzdem etwas mühselig sein, ein spezifisches zu finden, weil es a) kein Inhaltsverzeichnis gibt und weil die Games b) unter ihren japanischen Namen aufgeführt sind, da es ja um die Super Famicom-Versionen geht. (Donkey Kong Country findet man beispielsweise nicht unter "D", sondern muss unter "S" suchen, da es ursprünglich Super Donkey Kong heißt.) Ansonsten ist das Buch jedoch wirklich hübsch gemacht, das Durchblättern macht sehr viel Spaß. Alte Boxarts haben doch immer einen ganz eigenen Charme, finde ich...
Zu Weihnachten 2025 gab es auch keinen Metal-Merch, denn da musste ich einer erloschen geglaubten, mich aber plötzlich mit voller Wucht wieder einholenden Obsession dienen: Hetalia. In meinen Teenagerjahren bin ich ein ziemlich großer Fan dieses Webcomics/Mangas/Animes gewesen, dann lief meine Liebe für einige Zeit auf Sparflamme, bis sie letztes Jahr noch mal ordentlich aufloderte. Es lässt einen halt nie los, wie man im Fandom nur zu gut weiß. Falls ihr Hetalia nicht kennt: Die Comedy-Serie widmet sich den Abenteuern der als Menschen dargestellten Nationen unserer Welt und setzt sich dabei auf humorvolle Art mit historischen Begebenheiten oder kulturellen Eigenheiten und Länderklischees auseinander. Manchmal kann man dabei etwas lernen, meistens ist es aber ziemlich bescheuert. Das Franchise feiert dieses Jahr sein zwanzigstes Jubiläum, und in diesen zwei Dekaden hat sich so viel Content angesammelt, dass man sich tagelang nur damit beschäftigen kann.
Was ich in meinem wiedererwachten Wahn auch getan habe. Dabei kam mir irgendwann der Gedanke: "Hey, Harmonia, wie wär's, wenn du dir alle Mangabände anschaffst, die du noch nicht hast?". Das klang wie eine gute Idee, und so tauschte ich den weihnachtlichen Metal-Merch-Kauf dieses Mal gegen einem Manga-Kauf. Zu dem Zeitpunkt besaß ich von den zwölf Hetalia-Bänden, die auf Deutsch erschienen sind, genau... einen. Den vierten Band der World☆Stars-Reihe, um genau zu sein. Den habe ich in meiner alten Hetalia-Phase mal im lokalen Buchladen erspäht und sofort eingepackt. World☆Stars Nummer 4 ist gar kein so schlechter Anfang, eigentlich, da sind einige meiner Lieblingsstories drin, zum Beispiel der Comic-Strip, in dem Deutschland kurz einen Kraken als Kanzler in Erwägung zieht. Hmm, so viel schlechter wäre das wohl auch nicht...
*räusper* Jedenfalls, einen Band hatte ich, musste ich also noch die restlichen elf zusammenklauben. Die alle zu bekommen, war allerdings schwieriger, als ich erwartet hatte. Also, bei den meisten stieß ich glücklicherweise schnell auf nette Angebote für billige gebrauchte Exemplare, doch zwei Bände haben sich extrem rar gemacht. Ich habe eine gefühlte Ewigkeit längst abgelaufene ebay-Auktionen und leider nicht nach Deutschland liefernde Bücherkaufhäuser (warum bunkern die Schweizer das ganze gute Zeug?!) durchforstet, bis ich doch endlich mal fand, was ich suchte. Na ja, Hauptsache, ich habe sie jetzt alle!
In Band 1 des World☆Stars-Manga habe ich ein besonderes Extra gefunden: Der Vorbesitzer hat den Kassenzettel von dem Tag, an dem er den Band gekauft hat, zwischen den Seiten stecken lassen. Demnach hat er den Manga am Nachmittag des 3. Juni 2016 in einem Thalia in Thüringen erstanden, zusammen mit dem zweiten World☆Stars-Band – wo der wohl gelandet ist? – sowie Band 2 von Mirai Nikki, Band 1 und 2 von My Magic Fridays und Band 11 von Die Schokohexe. Interessante Ausbeute…
Aber gut, so viel zu meiner Ausbeute an Weihnachten 2025. Hat nicht zum eigentlichen Thema gepasst, ich weiß, aber ich wollte es kurz erwähnt haben. Meinen diesjährigen Geburtstag feierte ich nach den letzten Traditionsbrüchen wieder auf althergebrachte Weise...
... und bestellte mir das beste Gloryhammer-Shirt aller Zeiten. Das Motiv im Alex Henderson-Style, die Farben, ach, es ist einfach perfekt. Wenn ich das Shirt anziehe, wird es ein guter Tag! ... zumindest will ich gern daran glauben.
Tja, und da man immer aufhören soll, wenn es am schönsten ist, werde ich den heutigen Beitrag mit diesem Banger schließen. Na gut, und ich habe nichts mehr da, was ich noch vorzeigen könnte. Wie gesagt, ein ganzes Zimmer kann ich mit dem Kram noch nicht füllen, aber das waren doch ein paar nette Sachen, oder? Und der nächste Neuzugang steht bereits fest: Als die Deluxe-Box für das fünfte Gloryhammer-Album enthüllt wurde, habe ich sie natürlich gleich vorbestellt. Ich mein, wer würde bei diesem Anblick denn nicht sofort zuschlagen wollen?
Am meisten freue ich mich auf die Figuren. Die funktionieren nach dem Warhammer-Prinzip, das heißt, man muss sie zusammensetzen und bemalen. Ich habe zwar keine Erfahrung mit Warhammer, aber ich kann mir das bestimmt aneignen, wenn es so weit ist. Ich werde das Ergebnis auf jeden Fall hier präsentieren~ Und übers Album zuquatschen werde ich euch auch, denn ich weiß jetzt schon, dass ich meine Leidenschaft nicht zügeln können werde. Aber bis dahin wird es noch dauern...
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